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1970 bis 1988
Bildungsakademie und 100. Stiftungsfest

von Dr. Gerhard Hartmann

Die sechziger Jahre bedeuteten in vieler Hinsicht eine Zäsur: Innerkirchlich gab es das II. Vatikanum; das Jahr 1968 mit der Studentenrevolte und dem gescheiterten Experiment eines Sozialismus mit menschlichen Antlitz (Tschechoslowakei); in Österreich endete 1970 für drei Jahrzehnte die Ära der ÖVP-Bundeskanzler; in der Hochschulpolitik kam es anstelle des Wahlblocks zu Gründung der Österreichischen Studentenunion (ÖSU); im ÖCV kam es zu internen Diskussionen (Academia, Protestanten, Studentinnen), aber auch zur Gründung der Bildungsakademie.

Fangen wir mit letzterem an: Seit 1967 war Maximilian Liebmann Amtsträger für Bildungsfragen im ÖCV, seiner Initiative und Tatkraft ist die Gründung der Bildungsakademie des ÖCV 1971/72 zu danken, bei der u. a. auch sehr viele Carolinen in der Gründungsphase mitarbeiteten. Das wurde u. a. auch dadurch manifest, daß seine zwei unmittelbaren Nachfolger in diesem Amt, Wolfgang Mantl (Nc) und Gerhard Hartmann (Baj), Bandphilister der Carolina sind.

In der Hochschulpolitik glaubte man, mit der erwähnten Gründung der ÖSU als „Mitgliederpartei“ (im Gegensatz zum Wahlblock, wo verschiedene Verbände Mitglieder waren), den gesellschaftlichen Änderungen, die durch das Jahr 1968 hervorgerufen wurden, besser begegnen zu können. Das war zwar einige Zeit erfolgreich, doch Mitte der siebziger Jahre geriet die ÖSU in widersprüchliche Flügelkämpfe. Auf der rechten Seite entstand die Junge Europäische Studenteninitiative (JES) und in der Mitte begann von Graz aus die Bewegung des Studentenforums, das hier Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre eindrucksvolle Erfolge hatte. Bei ihm waren damals einige Carolinen maßgeblich beteiligt.

Um eine einzige „ÖVP-nahen“ Studentenpartei aufrecht erhalten zu können, kam es zwischen der Rest-ÖSU und dem Studentenforum zu einer Einigung mit dem Namen „Arbeitsgemeinschaft“ (AG). Das Engagement des CV bzw. der Carolina in der Hochschulpolitik war in den folgenden Jahren oft sehr unterschiedlich. Entscheidend bei der späteren Entwicklung war, daß die Dominanz der ÖSU/Studentenforum/AG, die bis in die achtziger Jahre hinein – zumindest auf Bundesebene bestand – zunehmend abbröckelte. Es ist dabei nur ein schwacher Trost, daß der frühere Gegner RFS bedeutungslos geworden und die JES verschwunden sind. Die wesentliche Ursache dafür war die zunehmende Entwicklung zur Massenuniversität: Gab es Ende der fünfziger Jahre knapp unter 30.000 Studenten in Österreich, so sind es jetzt deutlich mehr als 200.000. Trotz alledem ist das hochschulpolitische Engagement der aktiven Carolina ein essentieller Ausdruck des Wahlspruches „Pro Deo et Patria“.

Das wichtigste Ereignis der Carolina gegen Ende des letzten Jahrhunderts war 1988 das 100. Stiftungsfest, dessen Vorbereitungen bis Ende der siebziger Jahre reichen. Als Motto wurde „100 Jahre Carolina – 100 Jahre CV in der Steiermark – 100 Jahre katholisches Studententum“ gewählt, das Ehrenpräsidium übernahmen Bischof Johann Weber, Landeshauptmann Josef Krainer jr. (AIn EM) und Alfred Maleta. Die Veranstaltungen begannen mit einem Gedenken aus Anlaß des 50. Jahrestags des Anschlusses Österreichs im März 1988 sowie mit einem Symposion „Österreich in Europa“ im April, bei dem u. a. der spätere Vizekanzler Erhard Busek, der spätere Bundespräsident Thomas Klestil (Baj) und der damalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und früher Vorstitzender des deutschen CV, Hans Stercken (Nv), referierten.

Am Pfingstwochenende (19. bis 22. Mai) fand nun dieses 100. Stiftungsfest statt, es gab zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. So gab es u. a. einen Festvortrag vom damaligen Vizepräsidenten des Päpstlichen Rates der Laien, Bischof Paul-Josef Cordes (Sd), nunmehr Kurienkardinal. Die Festrede am Kommers hielt Vizekanzler Alois Mock (Nc, Cl), die Festmesse zelebrierte Bischof Johann Weber. Im Rahmen des Stiftungsfestes wurde die Geschichte der Carolina „Im Gestern bewährt. Im Heute bereit“ präsentiert.

In der Epoche nach 1970 sah es mit politischen Mandataren aus den Reihen der Carolina rückläufig aus, aber das lag allgemein im Trend des CV. Hans Koren (Cl EM) war bis 1970 die prägende Gestalt der steirischen Kulturpolitik und dann in den siebziger Jahren Landtagspräsident. Gerd Stepantschitz kam neuerlich in den steirischen Landtag bzw. wurde zeitweise Mitglied des Bundesrates, weiters saß ab 1981 Hans Steiner im Landtag. Grazer Vizebürgermeister wurde Erich Edegger (Cl EM). Steiner und Edegger sind die einzigen Politiker Carolinas dieser Zeitepoche, die neu hinzugekommen sind. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg rezipiert. Danach fand kein Caroline mehr in die Bundes- und Landespolitik. Erst ab 2003 sollte mit Siegfried Nagl ein Urphilister Bürgermeister von Graz werden.
Die Frage nach den Gründen für diesen Rückgang ist berechtigt. Zwei Gründe, die jedoch auch nicht alle Ursachen zu erklären vermögen, seien angeführt:

1. Die Mehrzahl der Politiker Carolinas war außerhalb der Steiermark tätig, insbesondere in jenen beiden Bundesländern, die zu den traditionellen Einzugsgebieten der Verbindung gehörten, nämlich Oberösterreich (hierunter fallen Aigner, Maleta, Reisetbauer und Salzmann) sowie Vorarlberg (hierunter fallen Drexel, Konzett und Redler). Nun haben nach 1945 die Neueintretenden aus Oberösterreich und Vorarlberg zugunsten der Steirer abgenommen, denn die Universität zu Linz wurde gegründet und Salzburg sowie Innsbruck ausgebaut. Übrig blieben lediglich Technik- und Medizinstudenten, daher deren hoher Anteil. Nun ist gerade Jus noch immer das „klassische“ Politikerstudium, so daß der Politikerrückgang Carolinas in diesen Ländern erklärbar ist.

2. Von den nach 1945 reziperten Carolinen haben nur drei den Weg in die Politik gefunden (Edegger, Nagl, Steiner). Nun war es schon früher für den CV schwer, in der Steiermark politisch Fuß zu fassen. Anfänglich war es das nationalliberale Klima und nach 1945 die Konkurrenz durch die KA bzw. KHG.

1988 – 2008
Carolinas Weg ins dritte Jahrtausend

von Mag. Markus Simmerstatter

20 Jahre sind eine lange Zeit. Vor allem für eine Verbindung. In den 40 Semestern prägen 39 Senioren und rund 250 Chargen die Verbindung. Sie gestalten 40-mal ein ambitioniertes Semesterprogramm mit vielen Highlights, und rund 160-mal tagt ein BC, wo oft weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

Spätestens mit 1988 wurde eine Besonderheit Carolinas auffällig. Immer wenn es gegen ein rundes Stiftungsfest in einem 8er-Jahr zuging, explodierten die Fuchsenzahlen und erreichten die „magische“ Grenze von 20 Füchsen. Das war 1988 so, 1998 und auch 2008.

Nach dem 100. Stiftungsfest war bei Carolina keineswegs die Luft heraußen. Auch in den folgenden Semestern und Jahren wurden ambitionierte Semesterprogramme erstellt. Ein besonderes Highlight stellten dabei, neben Stiftungsfesten, Weihnachts- und Krambambulikommersen die Carolinentage dar. Sie führten die Verbindung immer wieder auch ins Ausland. So zum Beispiel im WS 1988/89 nach München. Im Jahr darauf nach Venedig. Aber auch Budapest, Padua, Heidelberg und Udine waren unter anderem Ziele der Carolinentage. Zweimal ging es in diesem Rahmen zum Skifahren nach St. Oswald bei Bad Kleinkirchheim, einmal in die Kaiserau bei Admont.

Ein besonders anspruchsvolles Semester war jenes des WS 1990/91. Senior Johannes Bauer und sein Team veranstalteten gleich vier Wissenschaftliche Abende (WA) auf der Karl-Franzens-Universität. Alle mit höchst prominenten Referenten. Grünen-Urgestein Peter Pilz, Hainburg-Veteran Günther Nenning, und als Referent zum Thema „Wehrhaftes Christentum“ Weihbischof Andreas Laun, waren zu Gast. Am meisten Aufsehen erregte aber der WA mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Der stand damals im Zenit seines politischen Wirkens. 600 Besucher drängten sich daher in die Vorklinik der Karl-Franzens-Universität.

Immer wieder waren prominente Vortragende zu Gast bei Carolina. Darunter waren gelegentlich auch ideologisch fern stehende Persönlichkeiten. Der zu Fernseh-Ehren gekommene Lebenskünstler Hermes Phettberg im Wintersemester 1995/96 und KPÖ-Langzeitvorsitzender Franz Muhri im WS 1996/97 sind nur zwei Beispiele dafür. Bemerkenswert war auch der Auftritt vom Doyen der österreichischen Innenpolitik-Redakteure Kurt Vorhofer (Nc) im SS 1995. Der WA mit ihm war sein letzter öffentlicher Auftritt, wenige Tage danach verstarb er in Aflenz.

Im Studienjahr 1990/91 stellte Carolina das Präsidium des Grazer Cartellverbandes (GCV). Stephan Maria Baumgartner zeichnete als GCV-Präsident verantwortlich. Zwischen 1988 und 2008 engagiert sich Carolina regelmäßig im GCV. In einem reihum gehenden Rad präsidieren die Grazer CV-Verbindungen, meist nach dem Alter, den GCV. Seitens Carolina waren folgende Bundesbrüder zwischen 1988 und 2008 GCV-Präsidenten: 1990/91 Stephan Maria Baumgartner, 19994/95 Stefan Tschikof, 1998/99 Markus Simmerstatter und 2002/03 Walter Strobl. Im Studienjahr 2005/06 übernahm zunächst Sven Pöllauer das Amt des GCV-Präsidenten. Durch eine berufliche Veränderung übergab er am 1. Oktober 2005 das Amt an Florian Edelsbrunner. Philipp Kapl, im Studienjahr 2007/08, war der bislang letzte Caroline als GCV-Präsident.

Im Altherrenlandesbund (AHLB) Steiermark haben sich natürlich auch immer wieder Carolinen engagiert. Wilhelm Plauder stand diesem Gremium von 2000 bis 2006 vor. In die Zeit seines Vorsitzes fällt die Wiederbelebung des steirischen CV-Balles 2002, der seither als Akademiker-Redoute gemeinsam mit dem MKV, ÖKV und der VCS veranstaltet wird. Für die Organisation des Balls waren in erster Linie Carolinen zuständig. Bernd Lippacher und Klaus Kienberger haben dabei die Hauptlast getragen. Eine weitere Neuerung erfuhr die Zeitschrift des AHLB „Die Alternative“. Im SS 1995 wurde sie auf Anregung von Richard Ott (BbG, Cl) gegründet, Andreas Zakostelsky war ihr erster Chefredakteur. Im Jahr 2000 wurde Markus Simmerstatter Chefredakteur. Er stellte die Zeitung 2002 auf neue Beine, seither erscheint sie vierteljährig im Format A3. Ebenfalls in die Zeit Wilhelm Plauders fällt die Gründung des AHLB-Mittagstisches, am ersten Donnerstag jeden Monats, sowie die des Netzwerkes „36 +/- 10“, aus dem der Wirtschaftszirkel „Club St 105“ hervorging.

Im ÖCV gab es mehrere Anläufe der Carolina den Vorort zu übernehmen, die vorerst alle scheiterten. Die ernsthafteste Kandidatur war jene für das Studienjahr 1998/99. Martin Vabitsch als Kandidat für den Vorortspräsidenten führte Carolina in die Wahl am Studententag in Klagenfurt. Dort unterlag man recht klar der Austro-Danubia Linz. Eine weitere Vorortskandidatur gab es im WS 2003/04. Ohne mit Aktivitas und Altherrenschaft Rücksprache zu halten kündigte ein Team seine Kandidatur für das Studienjahr 2004/05 an. Die Folge war ein mittelschweres Erdbeben in der Verbindung. Die Kandidatur musste zurückgenommen werden, die Betreiber der Kandidatur mussten sich für ihr Vorgehen am Verbindungsgericht verantworten. In einem Fall wurde sogar ein Ausschluss verhängt. Ein letzter vergeblicher Versuch wieder einmal den Vorort im ÖCV zu stellen, stammte aus dem Jahr 2005. Karlheinz Kornhäusl führte ein Team an, dass sich für den Vorort 2007/08 bewerben wollte. Auf dem BC gab es dafür keine Mehrheit, so dass dieses Vorhaben nicht weiter verfolgt wurde.

Dem Team um Karlheinz Kornhäusl gehört auch Michael Wildling an. Ihm gelang es dann 2008, ein neues Vororts-Team zu sammeln, ein tragfähiges Konzept auszuarbeiten und schließlich Aktivitas und Altherrenschaft für eine Kandidatur zu gewinnen. Im Mai 2008 wurde Carolina zum ÖCV-Vorort für das Studienjahr 2008/09 gewählt. Nach 56 Jahren stellt sie damit das erste Mal wieder einen Vorort im ÖCV.

Im Jahresreigen und im Selbstverständnis der Verbindung nehmen Stiftungsfeste einen besonderen Platz ein. Dabei finden Carolinen Stiftungsfeste nicht zwangsläufig immer in Graz statt. 1993 wurde unter Senior Thomas Thaller das 105. Stiftungsfest in Vorarlberg gefeiert. Im Zuge der Vorbereitung kam es zu Spannungen zwischen dem Altherren-Vorstand und dem Vorarlberger Organisationsteam, die darin gipfelten, dass der Altherrenvorstand am Stiftungsfest nicht teilnahm. 1997 war unter Senior Walter Neurathner Linz Veranstaltungsort des Stiftungsfestes, ebenso wie 2003. Senior Felix Bernauer lud zum 115. Stiftungsfest in die oberösterreichischen Landeshauptstadt. 2007 schlug Senior Christian Kollegger das 119. Stiftungsfest in Wien. Das 120. fand 2008 in Vorarlberg statt.

Ein besonderes Stiftungsfest war auch das 110. im Jahr 1998. Senior Gerhard Schloffer initiierte anlässlich dieses Jubelstiftungsfestes erstmals eine professionelle Corporate Identitiy für Carolina. Dazu gehörten ein modernes Carolinen-Logo, sowie ein einheitliches Design für das Semesterprogramm, die Carolinenblätter und die Audio-CD. Auf ihr erzählten 10 Bundesbrüder quer durch die Verbindungs-Generationen aus ihre Aktivenzeit. Eine weitere Neuerung war in diesem Semester auch die Gestaltung einer Carolinen-Homepage. Johannes Wisiak und Christian Fessl zeichneten dafür verantwortlich. Vom ÖCV-Wirtschaftsclub wurde die Homepage als beste des ÖCV gekürt.

Eine neue Corproate Identity gab es dann 10 Jahre später anlässlich des 120. Stiftungsfestes 2008 in Vorarlberg. Senior Michael Wildling war die treibende Kraft dahinter. Sowohl Carolina als auch der Vorort Carolina bedienen sich seither dieses neuen Erscheinungsbildes.

Stiftungsfeste sind auch meist der geeignete Rahmen Personen in die Verbindung aufzunehmen, die während ihrer Studentenzeit nicht mit Carolina oder dem ÖCV in Kontakt gekommen sind. Vor allem bei der Aufnahme von Ehrenmitgliedern zeigt sich Carolina eher zurückhaltend. Dennoch gab es zwischen 1988 und 2008 einige davon. 1990 wurde der Schauspieler Johannes Pump aufgenommen, 1998 der Abt von Admont Bruno Hubl. Im Jahr 2000 wurde der Altrektor der Karl-Franzens-Universität und spätere Landtagsabgeordnete Wolf Rauch Caroline. 2003 wurde, im Rahmen eines eigenen Kommerses, Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer Bundesbruder. 2004 wurden gleich zwei Ehrenmitglieder aufgenommen, beide übrigens nicht bei einem Stiftungsfest. Am Gründungstag der Verbindung, dem 18. August, wurde der spätere Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Markus Mair aufgenommen. Im Dezember erhielt der damalige Präsident der Ärztekammer, Dietmar Bayer, das Band Carolinas. Letzterer sponserte anlässlich seiner Aufnahme einen Fahnenkasten für die traditionsreiche Carolinenfahne aus dem Jahr 1895.

Die Landespolitik blieb bis ins Jahr 1995 ein schwieriges Feld für Carolina und den ÖCV. In der Gesetzgebungsperiode 1986 - 1991 war der Caroline Hans Steiner der einzige ÖCVer unter den Landtagsabgeordneten. In der darauffolgenden Legislaturperiode gehörte kein ÖCV dem steirischen Landtag an. Mit der Wahlniederlage der Landes-ÖVP 1995 und der Wahl Waltraud Klasnics zum Landeshauptmann änderte sich das Verhältnis zum ÖCV langsam. 1996 wurde der Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark Georg Doppelhofer Finanzreferent der steirischen Volkspartei und blieb dies bis zum Jahr 2004. Nach dem grandiosen Wahlerfolg Klasnics im Jahr 2000 drängten dann mehr Carolinen in die Politik. 2001 wurde Andreas Schnider Landesgeschäftsführer der Steirischen Volkspartei. Unterstützt wurde er von Jürgen Baumgartner als Organisationsreferent. Im Landtag saß als Abgeordneter Wolf Rauch (EM Cl) und gegen Ende der Legislaturperiode für kurze Zeit auch der Traungauer Oliver Kröpfl. In Graz wurde Siegfried Nagl 1998 Stadtrat, im Jahr 2000 Stadtparteiobmann und schließlich 2003, nach einem großartigen Wahlsieg, Bürgermeister von Graz. 2008 konnte die Stadt-ÖVP bei der Gemeinderatswahl nochmals zulegen, Nagl wurde als Bürgermeister wieder gewählt. Als Stadtpartei-Geschäftsführer installierte Siegfried Nagl 2003 den erst 22 jährigen Carolinen Sven Pöllauer, der 2005 als Generalsekretär der Jungen ÖVP nach Wien ging. Daneben engagierten sich viele Carolinen in den letzten Jahren als Wahlkampfhelfer der ÖVP bei Europa-, Bundespräsidenten-, Nationalrats-, Landtags- und Gemeinderatswahlen. Vor allem an den Wahlständen in Graz war das gut ersichtlich.

Nicht nur Senioren prägten immer das Bild Carolinas im Laufe ihrer Geschichte, auch Philistersenioren trugen das ihrige dazu bei. Maximilian Liebmann führte die Verbindung in das 100. Stiftungsfest. Ihm folgte Harald Lienbacher (1988-1991) und Walter Holzer (1991-1993). Wilhelm Plauder stand dem Altherrenvorstand von 1993 bis 1999 vor. Von 1999 bis 2003 führte Ferdinand Gosch v. Tell die Altherrenschaft an. Seit 2003 ist Gerhard Mayer Philistersenior.

Eine der Hauptaufgaben des Altherrenvorstandes ist das Carolinenhaus. 1988 wurde es anlässlich des 100. Stiftungsfestes umgebaut. 1997 begann man mit den Planungen eines viel weiter reichenden Umbaus. Ausschlaggebend dafür war die Räumung des 2. Stocks durch das Rechtsamt des Magistrates Graz. Manfred Pailer und Josef Praschinger machten sich an die Detailplanungen von Finanzierung und Umbau. Im SS 2002 konnten dann Senior Ingo Bernsteiner und Philistersenior Ferdinand Gosch der Verbindung ein in neuem Glanz erstrahlende Carolinenhaus präsentieren. Wie gut das finanzielle Konzept hinter dem Hausumbau war sollte sich erst in den folgenden Jahren zeigen. Der Hauptverantwortliche dafür, Manfred Pailer, sollte allerdings nicht mehr erleben wie sein Konzept aufging. Er verstarb unerwartet im März 2003.

In den letzten 20 Jahren verstarben eine Anzahl langjähriger und verdienter Bundesbrüder. Alle diese Todesfälle waren traurig und haben natürlich eine Lücke in der Verbindung hinterlassen. Manch ein Todesfall hatte auch große Auswirkungen auf das Verbindungsleben. Etwa der des damaligen Philisterkassiers Manfred Pailer, der die Neuwahl der Philisterchargen etwas verzögerte, da erst ein neuer Philisterkassier gefunden werden musste. Am dramatischsten war sicher das Ableben von Philipp Rosenberger. Der Senior des WS 2000/01 fiel im Jahr 2002 einem Arbeitsunfall in der Marienhütte zum Opfer. Dementsprechend lang war der Trauerkondukt bei seinem Begräbnis. Sein Tod hat die Aktivitas besonders getroffen.

Viel hat sich in den letzten 20 Jahren getan. Erfreuliches und weniger erfreuliches, lustiges und dramatisches. Für eine detaillierte Darstellung ist hier nicht der richtige Platz. Sie ist einer später erscheinenden Verbindungsgeschichte vorbehalten.

Mittwoch, 23. 5. 2012
Budenofficium
Mittwoch, 30. 5. 2012
Budenofficium
Carolinenhaus
17. Mai 2012
GCV-Fuchsenkreuzkneipe
Palais Attems